Donnerstag, 27. April 2017

Fragt mich bitte nicht nach Silvester!

Liebe Ladies,

unter den Top 5 der nervigsten Fragen aller Zeiten steht für mich auf jeden Fall diese hier: „Was machst du eigentlich Silvester?“ Das wird man ja häufig schon ungefähr Mitte August gefragt. Von Leuten, die in Dänemark, Österreich oder im Schwarzwald (wer will da Silvester feiern, bitte?) ein Ferienhaus  mieten wollen. „So ganz gemütlich“, heißt es dann. Schon klar. Pärchensilvester. Ich bin raus!

Ich frage mich, wer eigentlich die Idee hatte, Silvester und Weihnachten in eine einzige Woche zu quetschen, noch dazu in eine Winterwoche! Warum feiern wir den Jahreswechsel nicht im Juli? Wir müssten uns nicht mit gefühlten fünf Kilo Extra-Speck in viel zu enge Partykleider mogeln. Und wir müssten im Sommer nicht vor Kälte schnattern, wenn wir um kurz vor zwölf auf unseren Highheels aus dem Haus hoppeln, um das Feuerwerk zu bewundern. Im Winter machen Raketen am Himmel wirklich nur Sinn, wenn man seinen Traummann im Arm und dessen warmen Mantel um die Schultern hat.

Tja. Ich habe zwar einen Mantel (marineblau, Goldknöpfe), aber der sieht ausschließlich gut aus und wärmt nicht so richtig. Schon gar nicht mein Herz.  Eigentlich wie mein letzter Lover. Im Gegensatz zum Mantel habe ich Chris vor ein paar Wochen entsorgt – er hatte mich in zwei Monaten mehr Nerven gekostet als jede Handtasche Geld!

Apropos Mantel, apropos Handtaschen: Unter den Top 5 der nervigsten Fragen, die mir kurz vor Silvester selbst stelle, ist diese hier: Was ziehe ich bloß an? Nachdem ich alle Ferienhausangebote von Norwegen bis Oberammergau dankend abgelehnt habe, werde ich auch dieses Jahr wieder das Fondue-Inferno bei meinem Kumpel Flause zelebrieren. Flause heißt eigentlich Stefan, aber wer tut das nicht? Darum ist sein Nach- jetzt einfach sein Vorname. Gestatten, Flause! Und wenn ich so vollgefuttert bin, dass ich den Bauch nicht mehr einziehen kann, gehe ich mit meiner Freundin Hilli feiern!

Und dafür brauche ich das perfekte Outfit! Darum sitze ich hier auf dem Fußboden meines Schlafzimmers und mir fallen zwei Dinge auf. Erstens, ich muss dringend mal wieder staubsaugen. Zweitens: Ich habe nichts zum Anziehen.

Oh, und da hab ich sie, die Rettung für den Jahreswechsel! Sie liegt unterm Bett: Mein Lieblings-Sommer-Abendkleid: knallrot, mit V-Ausschnitt und Spaghetti-Trägern und hohem Schlitz.

Ich fühl mich darin immer wie Vamp und unschuldiges Mädchen in einem. Meine House of Envy-Clutch mit schwarz-weißen Blockstreifen gibt dem Look classy Eleganz. Perfekt! Das angemessene Outfit für eine unangemessen wilde Silvestersause. Ich tue einfach so, als wäre Juli und nicht Dezember! Helli und Flause werden mich wärmen, vielleicht gibt er mir sogar seine Jacke. Und danach tanze ich mich heiß. In ein neues Jahr, auf das ich mich aus ganzem Herzen freue. Weil es gut wird! Weil es aufregend wird! Weil so viel passiert!

In diesem Sinne: heiter weiter. Be proud – be envy!

Eure,

Miss Envy.